Der Berliner Besuchshunde Blog

Prüfung mit Training und guter Vorbereitung bestehen

Die Prüfung zum Besuchshund bestehen.

Seriöse Organisationen setzen das Bestehen einer speziellen Prüfung für den aktiven Besuchsdienst voraus. Solche Prüfungen und deren Vorbereitungen führt zum Beispiel Trainerteam von Team Joy durch. Dabei simulieren sie typische Situationen im Besuchsdienst und beobachten Hund und Halter, wie sie im Team auch ungewöhnliche Vorkommnisse meistern. Dieser Eignungstest ist in seinen Anforderungen schwieriger als der Hundeführerschein, aber leichter als die Behinderten-Begleithunde oder die Therapiehunde-Prüfungen.

Wenn Ihr wissen wollt, wie gut Eure Chancen sind, mit Eurem Hund die Besuchshunde-Prüfung zu bestehen, dann verwendet die Checkliste zum Üben. Die „Hunde im Sozialdienst“ bieten zum Beispiel auch regelmäßig eine Art Probestunde an.  Praktische Tipps gibt es auch beim Stammtisch und oder während der gemeinsamen Hundespaziergänge.

Die Prüfung gut vorbereiten

In Anlehnung Therapiehunde-Prüfung aus der Schweiz, welche sich in vielen Jahren Besuchsdienst bewährt haben, könnt Ihr anhand der folgenden Checkliste ablesen, mit welchen „Vorkenntnisse“ Ihr ggf. konfrontiert werdet. Allerdings solltet Ihr natürlich auch bei den aktiven Organisationen nachfragen, welche Qualifikationen diese abfragen. Und damit Ihr das sicher beherrscht, solltet Ihr beim Spazierengehen üben. Am besten spielend, denn dann ist alles bis zur Prüfung aufgefrischt und positiv belegt.

Die Checkliste

  1. Der Hund soll, ohne zu ziehen an lockerer Leine mit dem Hundeführer laufen können, mit Seitenwechsel rechts und links. Er soll von einer Fremdperson geführt werden können.
  2. Der Hund soll ohne zu knurren, zu bellen oder Angriffslust zu zeigen, an der Leine, unter ebenfalls angeleinten, fremden Hunden durcheinander laufen können.
  3. Der Hund soll sich ruhig verhalten (Sitz! Oder Platz !), wenn sich zwei Hundeführer mit angeleinten Hunden begrüßen, sich unterhalten und kurz plaudern.
  4. Der Hund soll ruhig dulden, wenn ihn eine Fremdperson überall am Körper berührt, Lefzen hebt und den Fang öffnet.
  5. Der Hund soll bei unerwarteten Geräuschen (z.B. bei scheppern) nicht ausrasten oder sich ängstlich/verstört zeigen. Einmaliges Bellen, aufspringen oder einen Moment stutzen ist erlaubt, Blickkontakt zum Hundeführer erwünscht.
  6. Der Hund soll wenig Reaktion zeigen, wenn ein Mensch an Krücken einen Stock hochhebt. Unerwünscht: aggressive und beschützerische Reaktion.
  7. Der HF soll zeigen, dass er mit seinem Hund kurz spielen und ihn dann wie der zur Ordnung rufen kann. (mit oder ohne Spielzeug)
  8. Der Hund sollte neben einem Gefährt (Rollstuhl, Kinderwagen oder Einkaufswagen) angeleint laufen können.
  9. Der Hund sollte es aushalten, ca. 3 Minuten von einer Fremdperson an der Leine gehalten zu werden, während der Halter außer Sicht geht. Der Hund darf sitzen, stehen, liegen soll aber nicht ständig bellenoder winseln.
  10. Der Hund soll 1 Minute unangeleint sitzen oder liegenbleiben, wenn der Hundeführer ca. 10 Meter vor ihm steht.
  11. Der Hund soll an in seiner Reichweite liegenden Speisen vorbeigeführt werden können. Er darf Interesse zeigen, muss aber auf Kommando das Essen ignorieren bzw. liegen lassen können. Beides sollte mit und ohne Leine funktionieren.
  12. Der Hundehalter muss erkennen, wann sein Hund unter Stress gerät und ihm geeignete Alternativen anbieten können, die bei der Stressbewältigung
    bzw. -abbau helfen.

Für unterwegs und zum Üben können Sie die Checkliste auch herunterladen: Anforderungen-im-Eignungstest.pdf (3163 Downloads)

Grundgehorsam ist Voraussetzung

Theoretisch kann also jeder gut sozialisierte Hund mit gutem Grundgehorsam und stabiler Bindung zum Halter diese Vorprüfung bestehen. Euer Hund wird merken, dass Ihr nervös oder aufgeregt sind. Daher empfehle ich Euch dringend, vorher einen entspannten Spaziergang zu unternehmen oder andere geignete Maßnahmen zum Streßabbau für Euch beide zu ergreifen. Fahrt rechtzeitig los, damit Ihr nicht gehetzt zur Prüfung kommen. Wenn Euer Hund zu Unsicherheit in ungewohnter Umgebung neigt, fahrt ruhig vorher mal zum Prüfungsplatz.

Vergesst nicht, das Lieblingsspielzeug und viele Leckerlies einzustecken. Am besten bringt gute Laune und Vorfreude mit. Dann habt Ihr beide sogar richtig Spaß an der Herausforderung.